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18 «labil, ipsa meo enm baut sit te ot nomine jaetos,
Nomine me Mvtem po8tmo«lo et ip 80 tuo.
Lin Märker von Geburt war auch der Philologe Caspar von Barths P587/1658), unter den Fachgenossen der „fruchtbarste und wohl auch begabteste lateinische Dichter des 17. Jahrhunderts in Deutschland". Er stammte aus adelichem Geschlechts zu Cüstrin, wo sein Vater brandenburgischer Rat und Kanzler und außerdem Professor zui-ls zu Frankfurt a. G. war. Er war ein frühreifes Wunderkind, das mit neun Jahren den ganzen Terenz hersagen konnte; auf die Schulbildung in Eisenach und Gotha folgten jahrelange Reisen durch wichtige Teile Europas und schließlich aus Liebe zu den Studien ein gelehrtes Privatleben ohne Amt und Beruf in Leipzig, Halle und in seiner Besitzung zu Sellerhausen bei Leipzig; die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er im OolloAimu ?uuliuum dieser Stadt. Von Charakter ein Scharlatan und Verschwender, war ihm ein Mangel an menschlicher und wissenschaftlicher Wahrheitsliebe, eine übermäßige Eitelkeit und Selbstgefälligkeit eigen, die ihn z. B. veranlaßten, häufig Gedichte seiner Feder anderen größeren und berühmteren Namen unterzuschieben. Eine zweimalige reiche Heirat — seine erste Frau war eine Salzjunkerstochter Maria Katharina von Schladen aus Staßfurt — setzte ihn in die Lage, eine umfassende Sammlung von Manuskripten antiker Autoren anzulegen, die aber nach seinem Tode bis auf ganz geringe Reste spurlos verschwunden ist. Sein früh entwickeltes Talent für die alten Sprachen ließ ihn alle lateinischen und griechischen Versformen derart beherrschen, daß er schon l 607 in Wittenberg seine Gedichtsammlung ckuvonilia herausgeben konnte: Kilvarum lib. I, Kormouum lib. I, LloZiurum lib. III, I^rleoruiu lib. I, KpiKrniumnIum lib. I, ckamborum I'urornm lib. III; das schlanke, schmale Bändchen enthält Verse, die an allen guten Mustern geschult sind, in einer Sprache, die in ihrer Mühelosigkeit, ihrem Schliff und ihrer Grazie die erstaunliche Talentprobe eines Geistes ist, dem die Gabe des vollsten Anschmiegens, des restlosesten Aufgehens in die großen Vorbilder fast zum Verhängnis der eigenen Persönlichkeit wurde. Stofflich und inhaltlich vermag Barth, der in einem internationalen Leben wohl jede innere und äußere Verbindung mit der heimatlichen märkischen Erde verloren hatte, nichts Neues zu bieten: Widmungen und Bitten, moralische und geschichts-philosophische Betrachtungen,
*) Vgl. Bursian a. a. D. 5 . 287/90. — „Lr schrieb weitschichtige Kommentare zu Llaudian, Stativs, nur massenhafte Sammlungen zu Verbesserungsvorschlägen: ein aus allen Räumen einer weiten Scheuer zusammengesetzter Kehrichthaufen, in welchem unter einer Klasse von Spreu und Stroh eine verhältnismäßig geringe Menge von Getreidekörnern verborgen ist." Barths Zeitgenosse Jean Laspard Gevaerts fällte über die wissenschaftlichen Arbeiten desselben das Urteil: sie zeugen von großer Belesenheit, aber von wenig Kritik.