Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1916) Die Kultur / von Robert Mielke ...
Entstehung
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o wie will ich hernach die Diebe wieder drillen, wie soll mihr einer hier wieder aufwarten, der ander da, sie sollen woll erfahren, wer ich bin.

Socius: Holla nicht zu hitzig mein Kerl Du wirst ja mit Dier handeln laßen; so möchte der teusfel auch ferner Dein pennall sein; aber wo Du dich will bey der Nation v. den Landsleuten angeben, will ich dich woll hinfuhren. ,

Penalisandus: Ja ich binß zufrieden vnd will nur jmmer, weil! es doch sein muß, je ehr je lieber einen anfang machen.

Socius: Aber diehe da kommen eben zween von vnßern Hern Landtsleuten her, der eine ist ein toller Kerl, ich wolle daß ich auf der seiten könte weg kommen, wirr möchten sonst sollen mit spatzieren.

ssenalisandus: wie so, pflegen Sie das woll zu thun.

Socius: Ly sreylich, wen sie vnß nicht gesehen Hellen, so wolle ich hier Herrn gehen, nun ist es zue spet vnd nicht rathsamb, den es möchte hernach vbell ablausfen mit vnß.

Studiosus: Siehe he Bruder ist das nicht ein frischer pennall, mich deucht ich habe den noch niemahlß gesehen, vnd wen mir recht ist, muß er woll was mit gebracht haben, den er ziehet sehr net auf, wollen wirr Sie nicht zu vnß ruffen vnd im wein Keller fuhren.

Alter Studiosus: was dir beliebt mein her Bruder, ich gehe mit.

Stud.: Holla hier, ihr Hern Landtsleute, verziehet ein wenig vnd kombt etwas näher.

Penalis.: Gehe du hin, sie werden vnß alle beyde vielleicht nicht von nöthen habn.

Socius: Daß laß ich woll, spatziere Du zu Ihnen.

Stud.: Alle beide ihr Herrn, alle beidel (jum ueesäuut.)

Stud. idem: wo kombt der Her her, mich deucht, ich habe euch niemalß gesehen ihr scheinet mihr ein netter Herr zu sein.

penalis.: von Stettin.

Stud.: So einen güldenen pennall haben wir lange nicht gehabt, hat der her auch albereit ein schreibichen von seiner liebsten empfangen, ist ihr auch die scheidung sehr schmertzlich Vorkommen? mit dem Hern zwar sollte ich woll billich ein christliche Londolentz tragen, daß ihm das wieder­wellige Gluck, durch den betrübten penalstandt von der Allerliebsten gerißen, aber ich befinde mich nicht geschickt dazu, (jnm ueosäit et rsmovst pileuin). Lin Kräntzchen zum angenehmen Den?- mahl wird noch woll surhanden sein. Ly was ein netteß gliedringlein hatt der Herr aufs den Kleinen fingerl schaw doch sind Vergißmeinnicht drausfl der Herr lasse mir Ihn diese nacht zu­kommen, daß ich seines angenehmen traumes auch theilhaft werde, der her soll Ihn Morgen wieder zur gebrauchen heben.

pennal.: Ly mein Herr, der ring ist mein.

Studiod: Ja, mein Herr, daß weiß ich woll (viäst liZumsutum uliczuoä). Siehe her Bruder, wie dem Kerl die wurme schon abgehen; potz taußendt nehmet den wurmb weg her Landtsmann, oder Lr wird euch vmbs leben bringen, dieß bändchen wird sich zweiffels ohne auch von der Liebsten hersxinnen vnd ein Favorichen seyn.

Alter stnd.: Ly her Bruder, laß den Kerl sein, er ist gutt gnug, wen er geflickt wird, kan er noch lange halten, vnd siehe doch nur eben für, schauv nicht wie barß er außsiehet, er hat sich ohn des nicht wi vielt tumeln laßen, vnd du wilst Ihm noch auff d. gaffen agiren.

Stud.: Ly Ich vnd er, wirr kommen woll ober ein. Nu ihr Herrn Landsleute, wirr hatten woll diesntlich zu bitten, daß wirr bey dieser ersten Zusammenkunft, die Lhre haben könten, mit vnß im Weinkeller zu spatzieren, alda dieße gutte angesangene freundschaft weiter sortzusetzen.

penalis.: Ihr heru, ich weiß woll, daß meine schuldigkeit erfodert, denenselben gebührender maßen aufzuwarten, aber so bin ich anietzu nicht bey gelde.

Stud.: Nicht bei gelde? wie ist das muglich, daß einr der von der Mutter erst herkomben, ohn geld solt hiro sein, nur herauß mit dem Muterpfennigen, sie möchten sonst verschimmeln, so sagen sie alle, aber wen die schälme vnter sich sauffen sollen, so finden sie woll Golt. Nun her Landtsmann, werde ich euch accomodieen, so solt ihrß wieder zugewießen haben, an ausgefragen vnd Naßsensteubr soll es hernach nicht mangeln.