Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1916) Die Kultur / von Robert Mielke ...
Entstehung
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Umstritten und unkontrollierbar ist die Persönlichkeit Georg pondos/) der 1574 als Musikus in brandenburgischen Hofdiensten auftaucht und bis 1610 als Mitglied des Dom-

Ali q. sind.: Herrn Landtsmann füllet die xfeiffe mit taback vnd zündet sie am

cluo alü in Asnnn proeiäunt.

^ In snnits äs ln mnän moysslla, wie du woll weißt. Runda ihr hrn. penale.

^.ssumbunt itsruin.

He Bruder hastu nicht heute gehört, daß sich ein paar geschlagen haben.

Alter: Nein, wer mag es sein.

xrior: Ich habe es zwar mitt angesehen, aber ich kenne sie nicht, sie giengen sonst frisch aus einander laß, so war auch der Line im Halße gestoßen.

Alter: wie gieng das zu?

xrior: Lr versähe es im xariren, vnd bracht sich mit der xarad die spitze recht vorm halße, der Ander aber verfolgete den stoß vndt stoß Ihm durch den halß, aber es hat nicht sonderlich zu bedeuten, den es nur durch die hautt gangen ist.

Alter: Newlich sehe ich auch ein paar, sich aus den hieb schlagen, daß man sich hette mögen pucklicht lachen, da liefs einer zu vnd hieb mit solcher suri, daß der Degen bei ein vierteil von der Llle im Lande stecken bliebe, vnd sprang hernach wieder zurucke, der ander macht es gleich also.

prior: Morgen höre ich werden sich wieder zween schlagen.

Alter: welche Zeit? ich will auch hinauß gehen.

prioir: Ghngefehr vmb 6 denn es wirdt in der frühe geschehen, damit es der Magnificus nicht erfahre, vnd wie ich höre, so sols künftigen Sontag von newen sud xosun rslsKatiouis durch Lin newes Ldict verboten werden.

Alter: Ja es wirdt vielt verbothen, vnd wenig gehalten.

sind.: Mein Dienst hr. bruder, Lin gantzeß.

Alter stud.: Ich bedancke mich, aus ein andermahl will ich Dir gern bescheiden thun, für dießes mall nicht.

sind.: warvmb achtest» mich nicht so würdig!

Alter: wie redest» so, freylich woll, aber itzo kan ich nicht.

sind.: Du muß mihr bescheiden thun, oder wirr bleiben nicht freunde.

Alter: vor dießesmahl nicht, vnd wen es dir auch noch so sehr versreust.

Stud.: Lin Berenheuter (?) der mihr nicht bescheiden thutt.

Alter: Daß redet ein Lujon, vnd solt mich bald erbitten, daß ich dirr das glaß aufn puckell werffe.

stud.: Siehe damit ich dieße compagnie nicht perturbire, so hastu meine handt v. kom morgen in aller sreh für das große Thor, da wollen wirr vnß weiter sprechen.

Alter: waß du weit, da ist meine Hand, ein schelm der nicht da ist. Ilsliczui interesäunt. Ly Ihr hrn., waß soll das sein, vertraget Luch mitt einander.

stud.: Nein es sey so. Adieu Ihr Hern.

H Ich weise an dieser Stelle für den historisch noch nicht recht faßbaren Georg Honda aus Goedekes Grundriß, Bd. 2, S. 394/5 hin; die Monatsschrift: Der Gemeinnützige, Berlin 1778 , welche Nachrichten über seine Stücke enthalten soll, war mir nicht erreichbar.

Petrus Praetorius aus Lottbus (ADB. Bd. 26 , S. 533) gehört zu dem Kreise des witten- bergischen Einflusses; ein stark ausgeprägter Hredigerton macht sich in seinem Drama von der Hochzeit der Rebekka und des Isaak geltend, wenn darin auch in burlesken Szenen Lheteusel und Zauberteufel eine Hexe anstisten, Rebekkas Verlobung zu Hintertreiben. In seinem Stücke vom Hirtenamte Lhristi ließ der brandenburgische Kirchendiener Georg Bönicke (ADB. Bd. 3, S. 120) die Apostel und Engel, Teufel und Hexen, aber ebenso auch Luther und Tetzel in aller­dings reichlich unbeholfener und daneben ziemlich grobschlächtiger lveise austreten (;ssö).