stiftes zu Cölln an der Spree tätig war. Von seinen zirka 14 Schauspielen sind nur fünf erhalten, von denen drei auf fremde Vorlagen zurückgehen:
15ft0 Zsaacs heirath (nach Petrus prätorius),
1590 Walther und Griselde,
I 596 Speouluiu pusroruiu (nach Wickrams Knabenspiegel),
1601 König Salomo,
1605 Susann« (nach heinr. Jul. v. Braunschweig).
Wir hören außerdem von Aufführungen des verlorenen Sohnes 157ft, des Dämon und Pythias §580, der drei Männer im feurigen Gfen 1584, Hildegarde gedruckt 15Y3, 1605 Komödie v. Engel Raphael.
pondo war ein hausbackener Dichter, dem am besten die häufigen Bauernszenen in verschiedenen Mundarten — namentlich im platten Dialekte der Mark — gelingen/) auch das Leben und Treiben am Hofe hat er gut beobachtet und versteht rein technisch manches bereits hinter der Szene oder in der Vorgeschichte geschehen zu lassen, platt und roh ist seine Sprache und Metrik; sein Narr erinnert bisweilen an den Clown der englischen Komödianten. Bekannte Figuren des 16. Jahrhunderts sind die alte Zauberin, der Hof-, Ehe- und Hurenteufel; Till Eulenspiegel und der pfaff von Kalenberg werden zitiert. Mit dem weiter unten noch zu besprechenden Weihnachtsspiel von 1589, das aber wohl aus mehreren älteren mühselig zusammengeflickt ist, hat Pondo kaum etwas zu tun.
Reicher als Persönlichkeit und als Dichter ist der in Cüstrin geborene Franz Hildesheim (1551—1614), ein umfassender Mensch von polyhistorischem Drang, der alles Wissen seiner Zeit in sich aufnehmen wollte; in Wittenberg und Leipzig studierte er Theologie und Mathematik, als Rektor in Cüstrin beschäftigte er sich mit Zus, und in Wien widmete er sich der Medizin. Weite Reisen im Auslande erweiterten ihm den geistigen Blick und seine Kenntnisse, bis er schließlich als Leibmedikus in Berlin eine bleibende Stätte für sein rastloses Streben fand, historische Arbeiten aus seiner Feder sind wertlos, ebenso etliche erhaltene poetische Grabinschriften; doch die beiden Stücke, die auf seinen Namen gehen, sind Zeugnisse einer philosophisch durchgebildeten Phantasie, die überlieferte Allegorien geschickt und kraftvoll zum szenischen Bilde zu gestalten weiß. Schon die die Handlung bestreitenden Abstraktionen und der Gang der Fabel ist interessant.
Vita 6omoeäia (in Prosa und selten Verse)
Vita — 6ura, vilae eomes — Dortuua, roxina — Superbia, lortuna eomes — Dax — Volnpta8—R solls, tilia voluptalis — Virtns — Inviciia, virtniis eoiues — Dauto- miiuus — Kex — Oolax, ainieu8 roxi8 — dsneellarius — Ickterati — lüloria, aulae ministra. — blonor — Nors.
Oomoocliao Virstributio
9 Der Berliner Nachdruck der Aomödie des Dürener Schulmeisters Martin Schmidder oder Labritius Das Neu» Morgens Lall, 1585 erschienen (Zähmung eines bösen Weibes), ist ein weiteres Zeugnis für das Interesse, das zu Lnde des is. Jahrhunderts in der Mark für das niederdeutsche Drama herrschte.