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I Llouliust ortum brmtomiim H Lins tzäuoslioiism
III luventutem. ^Vmores
IV Ilonores, l^ortuuns, 8tuäia
V Leneotntom, miserias, wortöin
Das zweite Stück aus demselben Jahre 1,576 heißt: Rklixio I'raxöäia. Relissio, vläua I^ueiunus, kbllosvpbus.
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Der Held des ersten Stückes heißt also Hantominius, seine Eltern starben bei seiner Geburt. Vita nimmt sich seiner an und bringt ihn zu pax, die ihn auszieht. Seine Erziehung wird geschildert, seine Jugend, seine Liebe zu Neotis, seine Studien, sein Glück, Alter und Tod. Er wird Kanzler und hat einen Streit mit einem Hofherrn, dem gegenüber er den Satz verficht, — der für die vorabsolutistische Zeit eine tiefe Erkenntnis darstellt, — daß der König nicht über, sondern unter den Gesetzen stehe. Zm anderen Stück kommt Religio auf die Erde und macht da die übelsten Erfahrungen. Die Kämpfe des Katholikus und Hststologus sind ihr furchtbar . . . sie will davon nichts wissen und klagt am Schluffe: Die göttliche Weisheit leidet Gewalt von den Kindern dieser Welt. Sie hat das Gewand ungezogen, worin sie den Sterblichen zuerst erschienen ist, sie weiß aber nichts weiter zu tun, als auf diesem ungeheuren Ibeutrum rauncki jedermann zu besuchen, jedes Haus, jede Familie zu durchforschen und in die Wohnung jedes Niedrigsten zu kriechen, ob sie vielleicht irgendwo eine fromme Seele fände, bei der sie bleiben, wohnen und äüs- ruhen könne. Solche Bildkraft der Gedanken wie auch der Sprache ist in diesen Zeiten nur selten unter märkischen Dichtern anzutreffen.; als namentlich dann- die Wirkungen des Großen Krieges sich auch in geistiger Hinsicht in der Alark geltend machten, da sanken dramatische Dichtungen zum ausschließlichen Nüttel des Unterrichtes herab, und von einem künstlerischen Werte ist nur wenig zu spüren. Dahin gehören die Werke Thristian Roses/) der nur in den eingestreuten geistlichen Liedern und plattdeutschen Zwischenspielen
st vgl. H. Begemann, Lhr. Roses geistliche Schauspiele S. Theophania und Holofernes; Berlin, t9l3- — Rose wurde ;sog zu Mittenwalde im Kreise Teltow als Sohn des dortigen Probstes geboren; sein Großvater war ein Kaufmann in Hilxertshaüsen in Unterfranken. Lr besuchte die Lateinschule zu Lölln a. d. Spree und das Pädagogium zu Stettin und erwarb iss; in Wittenberg die Magisterwürde; zwei Jahre darauf war er Rektor der lateinischen Stadtschule zu Neuruppin.
Brandenburgische Landeskunde. Bd. IV. 17