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Der Raw : kulturhistorische Erzählung / von Judäus
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er wie ein schwerer politischer Verbrecher direkt nach Petersburg gebracht worden war, wo er sich aber dort befand und ob er überhaupt noch dort war, das war ein undurchdringliches Ge­heimnis. Mit den hohen und höchsten Würden­trägern der Justiz dort in Verbindung zu treten, war für jedermann ausgeschlossen, für die Juden war es aber eine völlige Unmöglichkeit. Sie verstanden nicht einmal die Landessprache. Es wohnten damals in St. Petersburg nur drei jü­dische Familien, welchen durch einen kaiserlichen Erlaß vom Jahre 1778 dieses Privilegium ge­währt worden war, lediglich zu dem Zweck, um die Regierung bei ihren gesetzlichen Maßnahmen gegebenenfalls über jüdische Angelegenheiten zu informieren. Vorübergehend hielt sich allerdings fortwährend eine Anzahl jüdischer Kaufleute zur Führung ihrer Geschäfte dort auf. Einzelne hatten auch Beziehungen zu hochgestellten Per­sönlichkeiten, aber mit der politischen Abteilung fehlte jede Fühlung.

Dem Schwager des Raw, Rabbi Israel Kosik, der sich auf dessen Geheiß sofort nach St. Petersburg begab, schloß sich zu gleichem Zweck eine erhebliche Zahl von Gesinnungsgenoffen an. Einer der angesehensten Schüler des Raw, Rabbi Ahron Halevi, bereiste alle chassidischen Gemein­den Weißrußlands, um eine Geldsammlung zu veranstalten. Der allmächtige Rubel war in erster Reihe erforderlich, um Zugang zu den Kreisen zu erlangen, in deren Hand das Schick­sal des Raw lag. Da aber derartige Samm-