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Der Raw : kulturhistorische Erzählung / von Judäus
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ihn jedoch in ein Gebäude, in welchem ihm ein unterirdisches Zimmer angewiesen wurde, welches nur künstlich beleuchtet werden konnte, um so dem Eingekerkerten jede Möglichkeit eines Verkehrs mit der Außenwelt abzuschneiden. Es war die auf einer Insel gelegene Peter- und Pauls-Feste, in der er sich, ohne es zu wissen, befand. Jetzt erst nahm man ihm die Binde von den Augen, um ihn seine völlige Verlassenheit empfinden zu lassen, in der er sich wie lebendig begraben vorkam.

Bevor wir sein Schicksal im Gefängnis weiter erzählen, müssen wir einen Augenblick zu dem Kreis seiner Familie und seiner zahlreichen Freunde und Genossen zurückkehren.

Vlll.

Die Aufregung und die trostlose Niederge­schlagenheit, welche die plötzliche Verhaftung des Raw bei seiner Familie und dem großen Kreis seiner Schüler, Freunde und Anhänger allent­halben hervorgerufen hatte, läßt sich kaum schil­dern. Das Schmerzlichste war, daß man gar nichts über das Schicksal des unter so ungewöhn­lichen Umständen Verhafteten wußte. War er noch am Leben, oder war es seinen Feinden ge­lungen, ihn meuchlings, ohne Verhör und Ver­teidigung beiseite zu schaffen? Man wußte nur, daß er völlig unschuldig war/ aber so wenig diese Unschuld seine Verhaftung hindern konnte, so wenig konnte sie auch seine gänzliche Beiseite­schaffung hintanhalten. Man wußte ferner, daß