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den, wenn die Abendglocke läutet, sei die Zeit fürs Nachtessen. Ihr habt gewiß, so gut wie ich, schon Arbeiter gesehen, welche die bereits zur Arbeit erhobene Hand lässig zurücksinken lassen, wenn sie die Mitagsstunde schlagen hören. Denkt Euch nun, ein solcher hinge an Gottes Mund, um zu hören, was ihm entströmt, und es schlage Plötzlich zwölf Uhr Mittags. Man kann doch Gott nicht stehen lassen und das Mittagessen auch nicht.-"
„Ich verstehe Euch schon, ich werde Euch niemals mehr zum Essen und Trinken nötigen, denn Ihr scheint mir auch so eine Art Gottesmann zu sein, wie es Moses war,' deshalb braucht Ihr auch nichts zu essen und zu trinken."
„Mein lieber Herr, davon bin ich weit entfernt. Moses hat kein Brot und kein Wasser genossen ,' aber ich trinke Euer Wasser gern und werde mein Brot darin weichen, wenn es härter werden sollte. Auch brauche ich viel Wasser zum Waschen der Hände, was uns Juden von unserer Religion vorgeschrieben ist. Wenn Ihr mich immer recht reichlich mit Wasser versorgen wollt, so ist das die einzige Bitte, die ich an Euch zu richten hätte. Wenn Ihr mir die erfüllen wollt, so will ich, wenn ich durch Gottes Gnade die Freiheit wieder erlangen sollte, mich Euch dafür erkenntlich zeigen."
Ein solcher Mann war dem Wärter noch nie vorgekommen. Eingekerkert wegen eines politischen Verbrechens, das ihm voraussichtlich das