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Magen, einige eingemachte Früchte und etwas Brod das zuträglichste- mehr wünsche ich zunächst nicht."
„Ich kenne hier nun allerdings keinen einzigen Juden und muß sehen wie ich einen ausfindig mache, ohne daß es auffällig erscheint," bemerkte der Oberst.
„Es wohnen in St. Petersburg nur drei Familien ständig, während eine größere Zahl sich wegen ihrer Geschäfte längere Zeit vorübergehend hier aufhielt. Unter diesen drei ist einer Namens Mordechai Liefler, der in hiesigen höheren Kreisen viele geschäftliche Verbindungen hat, und mit dem auch ich gut befreundet btn- dieser würde sich glücklich schätzen, für meinen Unterhalt während meiner Gefangenschaft sorgen zu können."
„Ich erinnere mich diesen Namen schon gehört zu haben und zwar in sehr empfehlenswerter Weise, er wurde mir als ein zuverlässiger Ehrenmann geschildert. Ich will zusehen wie ich noch heute mit ihm in Verbindung treten kann, damit ich auf morgen das Gewünschte bringe. Aber daß die Speisen für Euch sind, darf er niemals erfahren, das könnte mir meine Stelle und unter Umständen auch den Kopf kosten."
„Für die Ehrenhaftigkeit und Verschwiegenheit von Rabbi Mordechat Liefler stehe ich mit meinem Kopfe ein. Es wäre mir eine unsägliche Erleichterung, wenn er durch Sie erfährt, daß ich hier und noch am Leben bin, oder wenn dies auf irgend eine andere Weise meiner Familie