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sein, so reicht sie doch aus, um eine Gehirnerschütterung oder eine sonstige Körperverletzung zur Folge zu haben."
„Letzteres ist in der Tat schon wiederholt vorgekommen," bestätigte der Oberst. „Aber ich darf nicht länger verweilen. Morgen komme ich wieder und lasse mir von Euch berichten, welchen Eindruck die Richter auf Euch gemacht haben. Vielleicht kann ich bis dahin auch erfahren, welchen Eindruck Ihr bei den Richtern hinterlassen habt. Gott, dem Ihr ein so treuer Diener seid, möge Euch mit seiner Gnade schützend zur Seite stehen, wie er Daniel in der Löwengrube geschützt hat und vielleicht noch etwas mehr. Denn es gibt Richter, die ich für gefährlicher halte als eine ganze Schar von Löwen. Von den Löwen sagt man, daß sie keinen Menschen anfallen, wenn sie satt sind. Aber wir haben leider eine große Zahl von Richtern, die niemals satt werden. Man darf das ruhig vor aller Welt behaupten, seitdem Kaiserin Katharina ihren Ukas gegen die Bestechlichkeit der Richter hinausgegeben hat. Ich glaube, daß das auch einer der Gründe ist, warum der Kaiser die strenge Geheimhaltung des Prozesses angeordnet hat. Da niemand weiß, wo Ihr seid, ob und vor welchem Gerichtshof Ihr abgeurteilt werdet, so ist Euren Freunden jede Möglichkeit benommen, die Richter durch Geld zu gewinnen - selbst dann nicht, wenn der Wille und die Mittel dazu vorhanden sein sollten."
„Ich habe keinerlei Kenntnis von den Schrit-