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Der Raw : kulturhistorische Erzählung / von Judäus
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ten, die meine Freunde nach dieser Seite hin getan haben, aber ich bin sicher, daß sie nicht lässig waren und daß sie jede Summe aufbringen werden, mit der sie meine Befreiung ermöglichen können. Ich möchte jedoch jetzt Ihre teure Zeit nicht länger in Anspruch nehmen, wir werden auf den Gegenstand noch zurückkommen. Emp­fangen Sie meinen wiederholten Dank für Ihre bisherige Güte und seien Sie überzeugt, daß Gott Ihnen das Gute lohnen wird, das Sie mir erwiesen."

Er hat es mir schon im voraus gelohnt, indem er mich mit Euch zusammengeführt hat- nun laßt Euch Euer Essen gut schmecken, damit Ihr heute Mittag mit frischer Kraft vor den Richtern erscheinen könnt."

Als der Oberst die Zelle verlassen hatte, nahm der Raw sein Ttllim s(Psalmen) und hauchte seinen Dank für die wunderbare Fügung seines Geschickes in die Liedeswvrte des königlichen Sängers. Dann genoß er etwas von den Früch­ten und dem Brot und sah neu gestärkt den nächsten Stunden entgegen, die ihn endlich vor die Richter stellen sollten. Freudestrahlend brachte ihm dann der Gefängniswärter Thee und Brot, weil es dem Obersten gelungen war, den Ge­fangenen zur Annahme von Speisen zu bewegen. Die Teilnahme dieses Menschen tat dem Raw doppelt wohl, mehr als die ungewöhnliche leut­selige Herablassung des Chefs der Gensdarmerie. Denn dem letzteren hatte der Raw einen Gegen­dienst geleistet, der alles aufwog, was der Oberst