des Kaisers. Ich habe zu riskieren, daß er jeden meiner Schritte überwachen läßt. Wenn ich Euch nur durch Herrn Liefler fernerhin Eure Nahrung besorge, so begehe ich damit schon ein großes Wagnis. Aber Hunger soll der Rabbi deshalb nicht leiden. Für Speise und Trank werde ich in der bisherigen Weise weiter sorgen. Gott, dem Ihr mich wieder näher gebracht und Eurem Gebet vertraue ich, daß ich dadurch nicht zu Fall komme."
„Ich danke Euch, edler Wohltäter", bemerkte der Raw. „Darf ich also von Ihrer Güte zum zweitenmal Gebrauch machen? Mein Vorrat ist fast erschöpft, darf ich den Herrn Oberst bitten, mich aufs neue zu versorgen?"
Bei diesen Worten holte er die Blechbüchse aus seiner Kiste hervor und händigte sie dem Obersten ein. Dieser öffnete sie und bemerkte, daß noch nicht alles aufgezehrt war. Noch bevor der Oberst seiner Verwunderung darüber Ausdruck geben konnte, bemerkte der Raw:
„Es ist jüdische Anstandssitte, Speisen, dis einem von anderen verabreicht werden, nicht vollständig aufzuessen, sondern einen Rest davon zu- rückzulafsen. Ich möchte nicht, daß Herr Liefler glaubt, er schicke seine Speisen jemanden, der diese primitive Anstandspflicht nicht kennt. Wüßte er", fügte der Rabbi lächelnd hinzu, „daß i ch sein Abnehmer bin, so wäre diele Rücksicht nicht notwendig."
„Dann will ich doch lieber den Rest mit fort- nrhmen, als Liefler über den Empfänger seiner