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Speisen aufklären", entgegnete mit einem verbindlichen Lächeln der Oberst.
Er erhob sich, um die Blechbüchse in seinen Soldatenmantel zu stecken, setzte sich aber dann wieder hin und sagte:
„Ihr habt mir noch eine Erklärung über Euren fürstlichen Besuch versprochen, darf ich vielleicht wissen, wer der Fürst war?"
„Es waren deren sogar zwei, beides ungewöhnlich große Geistesfürsten, die mich diese Nacht besuchten. Mein seliger Lehrer Rabbi Duwber aus Meseritsch und der Lehrer meines Lehrers, Rabbi Israel Baal Schem Tow."
„Ah", rief der Oberst, „Ihr habt davon geträumt, und sie sind Euch im Traume erschienen? Gegen solche Besuche ist allerdings keine Feste stark genug geschützt und die brauchen auch ket- nen Bootsmann und Gefängniswärter, um Einlaß zu erlangen."
Der Rabbi schwieg einige Augenblicke. Dann richtete er seine Blicke fest auf den Oberst und sprach:
„Wenn ich Ihnen sagte, daß es kein Traum, sondern Wirklichkeit war, so würden Sie das für etwas Unmögliches, Uebernatürltches halten und wenn Sie auch nicht an der Wahrheit meiner Worte zweifelten, so hielten Sie mich doch in dem Banne krankhafter Vorstellungen befangen. Daß man solche Besuche im Traume haben kann, das halten Sie für etwas Alltägliches, Allnächtliches und finden sich leicht damit ab. Jst's nicht so?"
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