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bemerkt, daß der gute Eindruck, den Herr Ltefler mache, sich mit jeder neuen Unterredung steigere.
„Haben Sie bereits Schritte getan, um ihn als Lehrer für Ihre Einführung in das Judentum zu gewinnen?" fragte gespannt der Raw.
„Er hat mir zugesagt, heute Abend um acht Uhr den Unterricht in meiner Wohnung zu beginnen," erwiderte der Oberst.
Da erhob sich der Raw von seinem Sitze, trat vor den Obersten hin und legte segnend die Hände auf sein Haupt. Freudetränen entströmten seinen Augen und er sprach in der heiligen Sprache die Worte, die einst Boas an Ruth richtete:
„Es vergelte dir Gott dein Tun, und dein Lohn möge vollkommen sein, von Gott, dem Gotte Israels, daß du gekommen bist, dich zu bergen unter seinen Fittichen."
Dann ergriff er seine beidenHSnde undsprach:
„Sie haben eine Großtat mit diesem Schritt vollzogen, dessen Tragweite nur Gott kennt, zu dessen Ehre Sie diese Tat vollbracht haben. Nächst Gott danke ich Ihnen, daß es mir vergönnt ist, einen bescheidenen Teil an dem Siege zu haben, den Ihr Heldenmut über sich selbst davongetrageu hat."
„Die Reihe zu danken ist an mir und nicht an Euch," entgegnete gerührt der Oberst. „Wie sehr ich mich dieser Dankespflicht bewußt bin, kann ich nicht in Worte fassen. Aber habt Ihr irg«,d einen Wunsch, dessen Erfüllung in meiner Macht steht, so sagt ihn mir, er wird mir Be-