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Könnte ich meiner Freiheit je froh werden, wenn sie solche Opfer nach sich zöge?"
„Und so gedenkt Ihr gar nichts zu tun und gedenkt ruhig dem Tode entgegenzugehen, den Ihr, wie Ihr sagt, durch die Flucht verhindern könntet?" fragte bekümmert der Oberst.
„Das möchte ich nicht," entgegnSte der Raw. „Ich habe Sie schon früher gebeten, mir die Möglichkeit zu schaffen, mit meinen Genossen draußen in Verbindung zu treten und mit ihnen gemeinsam zu beraten, was für meine Befreiung geschehen könne. Sie haben mir diese Bitte abgeschlagen mit Rücksicht auf Ihre Stellung und Ihr Leben, Bedenken, die ich vollständig zu würdigen weiß. Heute würden Sie sich vielleicht über diese Bedenken htnwegsetzen und mir diesen großen Dienst erweisen. Aber es ist doch besser, wenn es ohne Ihre Vermittelung geschieht. Warum soll ich Ihr teures Leben wagen, um das meintge durch dieses Wagnis vielleicht zu retten? Ich möchte es auf eigene Faust versuchen, nicht zu entfliehen, aber mit meinen Genoffen in Verbindung zu treten. Jedoch ohne Ihr Einverständnis und wenigstens ohne Ihr Wissen werde ich keinen Schritt nach dieser Sette hin tun. Sie haben mir bereits so viele herablassende Menschenliebe entgegengebracht, Sie, der hochgestellte Beamte, mir, dem Sträfling, der bereits mit mehr als einem Fuß im Bereiche des Todes steht, daß es ungerecht und undankbar wäre, hinter ^rem Rücken für meine Befreiung tätig zu sein."
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