schehen soll mutz sofort, noch heute oder morgen geschehen. Wenn Ihr erst eine andere Zelle bezogen habt, die Tag und Nacht von Spionen beobachtet wird, so bin auch ich nicht imstande, Euch zur Flucht zu verhelfen. Ist der Rabbi bereit?"
„Ich danke Ihnen, Herr Oberst, aus vollem, bewegtem Herzen für das heldenhafte Opfer, aber ich habe bereits erklärt, daß ich unter keinen Umständen die Flucht ergreifen werde. Die Gründe, die ich Ihnen dafür angegeben habe, sind noch heute so zwingend wie damals. Auch könnte ich von dem Herrn Oberst ein solches Opfer nicht annehmen, ich könnte das nicht einmal von meinen langjährigen Freunden und Genossen, für die ich ein langes Menschenleben gewirkt und gelitten habe, annehmen, wie z. B. von Herrn Liefler und den Seintgen."
Ein wehmütiges Lächeln umspielte die Lippen des Obersten bet diesen Worten, indem er sprach:
„Und der Rabbi glaubt wirklich noch an diese Utopie, daß einer seiner Genossen ihn aus diesem Verließ befreien könnte? Herr Liefler z. B- ist ein Ehrenmann durch und durch und mag reich sein an Vorzügen des Geistes und des Herzens, aber er weiß nicht einmal den Aufenthaltsort des Rabbi. Wüßte er ihn, so wäre es ihm unmöglich, hierher zu gelangen, könnte er aber selbst in die Peter und Paul-Feste eindrin- gen, befreien könnte er den Rabbi nicht. Das