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Der Raw : kulturhistorische Erzählung / von Judäus
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Raw dem vereidigten Wilnaer Uebersetzer zur Übertragung vorzulegen. Die Gegner hatten sich mit dem Uebersetzer bereits in Verbindung gesetzt, bevor noch die Verteidigungsschrift in seinen Händen war und boten ihm eine große Summe dafür, daß er ihnen Einblick in diese Schrift gestatte. Sie wollten durch einzuschie­bende Zusätze und Ausmerzung der kräftigsten Argumente den Eindruck der Schrift abschwächen und ins Gegenteil verkehren. Diese Bestre­bungen wurden jedoch durch das Eingreifen der beiden Sendboten des Raw vereitelt. Es gelang ihnen, den Uebersetzer dafür zu gewinnen, daß er diesem Ansinnen keine Folge leistete und die bald darauf eingetroffene Schrift nach bestem Wissen der Wahrheit gemäß übertrug. Es gingen jedoch Wochen darüber hin. Die Ueber- setzung ging am 1. November 1798 nach Peters­burg und wurde dem Kaiser vorgelegt und zwar in französischer Sprache.

Ob es der Eindruck dieser Verteidigungsschrift war, oder ob der Kaiser sich bereits aus dem bisherigen Verlauf des gerichtlichen Verfahrens von der Grundlosigkeit seines Mißtrauens über­zeugt hatte, Tatsache ist, daß bei dem Kaiser ein völliger Umschwung seiner Gesinnung gegen die Chassidtm und ihren verhafteten Führer sich vollzogen hatte. Gewiß mag auch Oberst Dun- dukof das Seinige zu diesem kaiserlichen Ge­sinnungswechsel beigetragen haben, indem er entweder direkt oder durch andere einflußreiche Persönlichkeiten in diesem Sinne auf den Kaiser