Druckschrift 
Der Raw : kulturhistorische Erzählung / von Judäus
Seite
180
Einzelbild herunterladen

180

noch schlimmere in der Welt, warum soll gerade ihn mitten im Winter, wo die Gewitter so selten sind, ein Blitzschlag treffen? Wenn ihn Gott leben läßt, warum wollt Ihr ihn denn tot haben?"

Seht, Mann Gottes, der ist ein schlechter Kerl. Wenn der beiseite geschafft wäre, so be­käme ich seine Stelle. Sie ist besser als die meinige und ich brauche dann nicht mehr wie ein richtiger Verbrecher mein Leben unter der Erde zuzubrtngen. Er braucht auch nicht gerade durch einen Blitz kalt gemacht zu werden, wenn's auf eine andere Weise Euch leichter ist, so liegt mir auch nichts daran,' nur daß kein Verdacht auf uns fällt, daß wir's ihm eingebrockt haben."

Laßt den Bootsmann nur ruhig leben, bis ihn Gott selber abruft. Wenn Ihr ihn um seine bessere Stelle beneidet, so ist er auch wahr­scheinlich gar nicht so schlecht, wie Euer Neid Euch glauben machen will. Habt Ihr denn gar keinen andern Wunsch, den ich Euch erfüllen kann, ohne daß damit einem andern ein Schaden geschieht?"

Ich habe noch einen Wunsch, aber seine Er­füllung steht mit dem ersten in Verbindung, den Ihr mir abgelehnt habt. Meine gute Frau und ich, sind schon mehr als zwanzig Jahre verhei­ratet und wir haben kein Kind. Ein Kind zu besitzen, ist der Gegenstand unserer Gebete seit unserer Verheiratung. Aber meine Frau meint, wenn wir einen Sohn hätten, der auch wie wir verurteilt wäre, einmal sein Leben unter der