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getragen ist. Diese rechte Gesinnung für unser Tun und Lassen zu erreichen, wird durch das Gebet bewirkt. Dieses gilt uns als mächtiges Mittel, die volle Hingebung an Gott zu erlangen. Daher ist es inniger und von längerer Dauer als bei unseren Brüdern. Um daher jeden Anstoß zu vermeiden, sind wir darauf bedacht, uns an besonderen Gebetstätten zu versammeln. Es handelt sich dabei nicht um eine Trennung und Scheidung und noch viel weniger um eine Lossagung von unseren jüdischen Brüdern, sondern lediglich um einen Ausdruck des Bewußtseins unserer Zusammengehörigkeit, der alles vermeiden möchte, woran sich die in einem Raume Vereinigten leicht stoßen könnten. Sonst liegt nichts vor, worin sich der chassidische Jude von dem anderen unterscheidet."
„Nichts? Ihr habt aber doch noch eine Ge- Heimwissenschaft, die Kabbala?"
„Die Wissenschaft der Kabbala wird von den Chassidim und Nicht-Chassidim mit derselben Hingebung und Verehrung gepflegt. Sie ist daher kein Merkmal der Unterscheidung und könnte deshalb hier völlig ausgeschaltet werden. Ich möchte nur einen Augenblick dabei verweilen, um die Bezeichung richtig zu stellen, welche die Kab- bale als eine Geheimlehre darstellt, wenn es der hohe Gerichtshof nicht als eine Abschweifung von unserem Gegenstand ansieht."
„Ihr bestreitet also, im Gegensatz zu der allgemeinen Ansicht, daß die Kabbala eine Geheimlehre sei- dieser Beweis würde, wenn er Euch