einem und demselben Atemzug mit unserem glorreichen Kaiser genannt zu werden."
Meisels war ganz betreten von dieser unbeugsamen Charaktergröße. Während ganz Europa huldigend vor Napoleon zu Füßen lag, während alle gekrönten Häupter der Erde ihn als einen der ihrigen anerkannten, versagte ihm dieser Getstesfürst die Anerkennung auch durch jedes Wort der Unterhaltung, das einer derartigen Deutung fähig war. Meisels versprach diesem Wunsch Rechnung zu tragen und fuhr fort:
„Die Tilsiter Vereinbarung zwischen Alexander I. und Napoleon war etwas Unnatürliches, das zeigt die ganze Veranstaltung des Erfurter Kongreffes, bei dem sich diese Verbindung schon zu lockern begann. Im folgenden Jahre trat schon eine förmliche Spannung ein. Alexander hatte sich durch sein Vorgehen in Spanien sowie durch seine Sympathien für die deutschen Patrioten Zweideutigkeiten zu Schulden kommen lassen, an welchen sich Napoleon stoßen mußte. Auch die vertragsmäßige Hilfe gegen Oesterreich leistete Alexander nur notgedrängt und in beschränkter Weise. Napoleon erbitterte dagegen unseren Kaiser durch die Vergrößerung des Herzogtums Warschau und durch seine Sympathien für die Errichtung eines Königreichs Polen."
„Ist dieser Gegensatz direkt oder indirekt durch Euch veranlaßt oder doch verschärft worden?"
„Nein, Rabbi, das alles hat sich ganz ohne meine Mitwirkung vollzogen. Dagegen darf ich