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es als mein Verdienst ansehen, daß eine verwandtschaftliche Verbindung zwischen Napoleon und dem russischen Kaiserhause hintertrteben wurde."
„Verstehe ich Euch recht? Ein Schidduch (Verlobung), zwischen unserem Kaiserhaus und Napoleon?"
„So ist's, Rabbi, Napoleon wollte eine russische Prinzessin heiraten und unser Kaiser war sehr geneigt dazu. Nicht aus innerem Drang; die Verehrung unseres Kaisers für Napoleon war damals längst einer nüchternen Erwägung gewichen. Aber aus politischen Gründen war unser Kaiser sehr für eine solche Verbindung. Es wäre ein feiner diplomatischer Schachzug gewesen, den Eroberungsgelüsten Napoleons an der russischen Grenze eine Schranke zu setzen. Eine russische Prinzessin als französische Kaiserin hätte die Westgrenze Rußlands vor Napoleon sicherer geschützt als Hunderttausende von Soldaten. Es ist mir nun mit Gottes Hilfe gelungen, die Kaiserin-Mutter gegen dieses Projekt zu gewinnen und daran ist es gescheitert. Die Verhandlungen waren schon weit vorgeschritten, als die Kaiserin-Mutter durch ihre entschiedene Abneigung gegen diese Verbindung sie vereitelte. Man schützte die große Jugend der Prinzessin vor und die Sache unterblieb. Inzwischen hat Metternich die Idee einer Verbindung Napoleons mit einer österreichischen Prinzessin angeregt und sie auch wirklich ausgeführt. Er glaubt die russische Diplomatie damit überflügelt zu haben und