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zum Teil sind sie es bereits. Napoleon hat im Laufe dieses Jahres den Kirchenstaat für eins französische Provinz erklärt, hat Hannover mittelbar mit Frankreich vereinigt und hat seine gegen England gerichtete Kontinentalsperre derart erweitert, daß dadurch alle mit ihm verbündeten Staaten den größten Schaden erlitten, alles Maßnahmen, die unseren Kaiser mit großem Unwillen erfüllten. Auf's äußerste wurde jedoch der Czar durch die in diesem Monat erfolgte Einverleibung der deutschen Nordseeküste in Frankreich erbittert. Denn bei dieser Gelegenheit wurde auch ein Angehöriger des russischen Kaiserhauses, der Herzog von Oldenburg, seines Landes beraubt, eine Rücksichtslosigkeit, die unser Kaiser als direkt gegen ihn selbst gerichtet ansieht. Andererseits hat auch der Czar vor wenigen Tagen «inen Schritt getan, welcher gewissermaßen als eine Kündigung des Bündnisses mit Napoleon anzusehen ist: er hat die Einfuhr von Kolonialwaren in Rußland auf neutralen Schiffen für erlaubt erklärt. Gleichzeitig hat er einen neuen Zolltarif veröffentlicht, in welchem einige französische Waren verboten, andere hoch besteuert werden. Die verbotenen französischen Waren wurden wie die verbotenen englischen verbrannt. Seitdem stehen sich Alexander I. und Napoleon feindlich gegenüber, wenngleich beide ein Interesse daran haben, den Schein des Friedens noch zu wahren."
Bet diesen Worten erhob sich der Rabbi und sprach den beim Empfang einer guten Botschaft