U»
— 281 —
vorgeschriebenen Segensspruch. Er reichte Meisels die Hand und sprach:
„Verzeiht, wenn ich bei meiner Unkenntnis aller Vorgänge auch nur einen Augenblick an Euch irre werden konnte. Ihr braucht mir Eure Gewissenhaftigkeit durch keinen Handschlag mehr zu bestätigen. Ihr habt bereits so Großes mit Gottes Hilfe vollbracht, daß ich sicher bin, Ihr werdet die große Mizwo, die Ihr begonnen, mit demselben Geschick und demselben Erfolg zu Ende führen. Wie lange glaubt Ihr, daß es noch dauern kann, bis es zum Kriege zwischen Frankreich und Rußland kommt?"
„Es wird nach meiner Schätzung zum wenigsten noch zwei Jahre dauern, vielleicht auch etwas mehr. Es sprechen dabei so viele Umstände und Einflüsse mit, daß man mit voller Sicherheit den Zeitpunkt nicht feststellen kann. Der Rabbi hat mich vorhin berichtigt, als ich Napoleon einen Kaiser nannte. Vielleicht darf ich mir auch eine kleine Richtigstellung gestatten, wenn der Rabbi von einem Krieg mit Frankreich statt mit Napoleon spricht. Frankreich will keinen Krieg, so wenig wie die übrigen Länder und Völker Europas. Es gährt gewaltig in allen Staaten und vielleicht am meisten in Frankreich selbst. Man ist des blutigen, eisernen Joches müde, das der korsische Eroberer allen Völkern aufgedrängt hat. Man sucht sich im Geheimen von diesem blutdürstigen Abenteurer zu befreien. Eine Kugel aus der Hand eines mutigen Verschwörers kann über Nacht