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das mit so viel Blut und Elend aufgeführte napoleonische Kartenhaus über den Haufen wer» fen. Das weiß niemand besser als Napoleon selbst. Er muß daher seine Franzosen mit neuen blutigen Lorbeeren in Atem halten, wenn er nicht selber unterliegen will. Unter diesen Umständen wäre es auch möglich, daß er den Krieg mit Rußland früher vom Zaune bricht, als ihm selber recht ist. Falls aber kein unvorhergesehenes derartiges Ereignis eintritt, glaube ich, daß es noch zwei Jahre mindestens dauert, bis der Krieg eröffnet wird r und eine solche Verzögerung ist besonders im russischen Interesse zu wünschen."
„In unserem Interesse?" fragte beklommen der Rabbi.
„In unserem Interesse. Rußland ist noch so gut wie gar nicht auf den großen Krieg vorbereitet, während es Napoleon immer ist. Das ist der Grund meines Aufenthalts in St. Petersburg. Unsere Botschaft in Paris hat mich an das russische Krtegsministertum geschickt, um ihm die großen, umfassenden Rüstungen mitzuteilen, die Napoleon für seinen geplanten russischen Feldzug in aller Stille trifft. Bet uns in Rußland ist bisher so gut wie gar nichts geschehen, wenn nicht sofort die erforderlichen Schritte, die Bewilligung der erforderlichen Summen, die Ausrüstung der Truppenteile, der Entwurf eines Feldzugplanes in Angriff genommen wird, sind wir nach menschlicher Berechnung sicher verloren."