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„Wie lange werdet Ihr in St. Petersburg bleiben?" fragte der Rabbi.
„Meine hiesige Mission ist bereits erfüllt, so daß ich täglich nach Parts zurückreisen kann. Der Kaiser ist bereits von dem Kriegsminister über alles unterrichtet und ist für eine sofortige Inangriffnahme der Vorbereitungen zu einem Kriege mit Napoleon. Aber es hat sich dabei eine neue Schwierigkeit ergeben. Um mit Erfolg die Rüstungen zu einem Kriege zu beginnen, wäre es von Wichtigkeit, den Feldzugsplan Napoleons zu kennen. Ich soll nach Paris zurückreisen und den Napoleonischen Kriegsplan in Erfahrung zu bringen suchen. Das ist eine schwere Aufgabe, obwohl man mir gesagt hat, daß ich jede Summe dafür verwenden kann, die dafür erforderlich ist."
„Ist denn der Plan für einen Krieg gegen Rußland, der nach Eurer Schätzung in frühstens zwei Jahren erst erfolgen soll, schon entworfen ?"
„Ich weiß es nicht) aber ich vermute es. Darüber werde ich mich zunächst in Paris vergewissern müssen. Das ist unter Umständen zu erfahren. Napoleons Kriegsmintster ist für russische Rubel sehr empfänglich. Für hunderttausend Rubel ist von ihm alles zu erfahren, was er selber weiß. Aber ob er etwas weiß, muß zunächst festgestellt werden. Napoleon ist sehr selbstständig im Ausarbeiten von Kriegsplänen und teilt sie zumeist seinen Generälen und dem Kriegsminister erst mit, wenn sie bereits voll-