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Der Raw : kulturhistorische Erzählung / von Judäus
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habe eine große Bitte an Euch, von deren Er­füllung die Lösung meiner Aufgabe wesentlich abhiingen wird, wollt Ihr sie mir gewähren?"

Was in meiner Kraft steht, stelle ich Euch jeden Augenblick zur Verfügung, sagt es nur frei heraus", entgegnete Liefler.

Gebt mir Euren Reb Schmelke mit nach Paris,- dann reise ich morgen so Gott will ab. Ich habe dort nicht einen einzigen zuverlässigen Menschen, dem ich ohne Rückhalt vertrauen kann. Es kann öfter Vorkommen, daß ich den Rabbi um seinen Rat in schwierigen Angelegenheiten bitten muß, oft muß ich wichtige politische Nach­richten nach Petersburg berichten, die man weder der Post, noch einem Kurrter anvertrauen kann. Wenn ich einen Mann wie Euren Rabbi Schmelke hätte, den könnte ich von Paris hierher schicken, ohne ihm eine Zeile Geschriebenes mit­zugeben, und ich könnte ebenso wieder die Nach­richten von hier nach Paris erhalten. Auch fehlt es mir an Gelegenheit zum gemeinschaftlichen Thoralernen- ich will ihm gern das Doppelte dessen zahlen, was Ihr ihm gebt. Wollt Ihr mir dieses Opfer bringen?"

Von ganzem Herzen", entgegnete Liefler. Ich bringe es ja nicht so sehr Euch, als der guten Sache und kann Euch nicht sagen, wie hoch es mich beglückt, dafür auch etwas leisten zu können, ja ich darf wohl sagen, wirklich ein großes Opfer zu bringen, den» ich trenne mich nur schwer von diesem großen, bescheidenen und verschwiegenen Gelehrten. Aber für diese große