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Der Raw : kulturhistorische Erzählung / von Judäus
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wenn er die große Reise antrete, ihn unterwegs meuchlings zu überfallen und bei Sette schaffen zu lassen. Denn den Vertreter einer befreundeten Macht ohne weiteres hinzurichten wegen Ver­dachts der Spionage, der sich auf einen bloßen Blick und eine Handbewegung gründet, wäre eine solche Ungeheuerlichkeit, daß selbst die Willkür eines Napoleon füglich doch davor zurückgeschreckt wäre. Mein Herr glaubte den Verdacht Na­poleons nicht besser entkräften zu können, als daß er die Gelegenheit, Paris zu verlassen, nicht benützte. Er sagte dem Kriegsminister, er wolle den Obersten Tschernitschew mit dieser Mission betrauen, der als Milttair sich besser dazu eigne und auch bessere Beziehungen zudem russischen Generalstab habe. Tschernitschew ist auch in der Tat nach St. Petersburg gereist und kam nach sechs Wochen mit dem russischen Kriegsplan zurück, der heute durch Vermittlung des französischen Kriegsministers in Napoleons Händen ist. Der Plan ist aber tatsächlich falsch und nur zur Irreführung Napoleons ausgear- bettet worden. Mein Herr hat dafür 400,000 Franken bekommen, die er bis auf den letzten Centime Tschernitschew überlassen hat- Jetzt hat mein Herr von Napoleon nichts mehr zu fürch­ten, er möchte aber jetzt Paris nicht verlassen, weil jeder Tag, ja jede Stunde Ueberraschungen bringt, die keiner so rasch und so sicher erfährt als er und die er dann sofort nach St. Peters­burg berichtet."

Wer sagt Euch aber, daß Ihr nicht selber