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Der Raw : kulturhistorische Erzählung / von Judäus
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noch im Laufe des Tages den Kriegsmtnister aufzusuchen. Auf diese Weise hat sich Napoleon in seinem eigenen listig gelegten Netze gefangen, denn seitdem konnte mein Herr offen im Kriegs­ministerium verkehren. Dem Kriegsminister er­klärte er vertraulich, daß er um keinen Preis der Welt auf das Anerbieten Napoleons etngehen werde, aber zum Scheine sei er dies allerdings schon zur Erhaltung seines Lebens schuldig. Es fiel ihm nun leicht, den Minister zur Herausgabe des französischen Kriegsplans für eine ungeheuer große Summe zu gewinnen. Die Einzelheiten alle zu erzählen, ist aber die Nacht zu kurz- Tatsache ist, daß ich den Kriegsplan hier habe und daß ich ihn morgen nach St. Petersburg bringe."

Mir ist bei Eurem Bericht einiges noch nicht ganz klar," bemerkte der Raw.Ihr sagt, Rabbi Moscheh habe zum Schein eingewilligt, Napoleon den russischen Kriegsplan zu verschaf­fen. Dann hätte er doch auch zum Schein nach Rußland gehen müssen, während Ihr sagt, daß er wohlbehalten in Paris lebt. Ferner sagt Ihr, daß Ihr den Kriegsplan in der Tasche habt, um ihn nach St. Petersburg zu bringen, warum bringt ihn Rabbi Moscheh nicht selber?"

Als mein Herr einen Tag nach seiner Au­dienz bei Napoleon von dessen Absicht hörte, ihn in französische Dienste nehmen zu wollen, hatte er anfänglich der ganzen Geschichte nicht getraut. Er dachte, daß Napoleon vielleicht die Absicht habe, ihn von Parts fernzuhalten, vielleicht auch,