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Innere des russischen Reiches verbannt, weil er mit französischen Rechtsgelehrten in Korrespondenz stand, die einen ganz harmlosen Charakter und nur den Zweck hatte, die Vorteile des französischen Rechtsverfahrens für russische Verhältnisse einzuführen. Diese Härte hat meinem Herrn besonders weh getan, da er wie kein anderer in der Lage ist, die Unschuld des Grafen nachzuweisen. Aber er hätte nicht zu Gunsten des Grafen sich verwenden können, ohne sich bei den Feinden des Grafen unmöglich zu machen. Und diese Feinde sind selbst erprobte redliche Ehrenmänner, die vielleicht berufen sind, durch ihren Rat das russische Reich vor der Gefahr zu schützen, vor der es augenblicklich steht. Damit komme ich auf den eigentlichen Punkt, über welchen mein Herr den Rat des Rabbi erbittet.
Zu diesen Feinden des Grafen Speranskh zählt der schwedische Baron Armfeld, der General Pfuel und unser gegenwärtiger Kriegsminister Barclay de Tolly. Diese drei Herren treten für einen Kriegsplan ein, den General Pfuel entworfen hat. Dieser Plan gründet sich auf die Eigenart der geographischen Verhältnisse Rußlands und besteht der Hauptsache nach darin, daß man einen Teil des Landes vorerst aufopfern müsse, um desto sicherer das ganze Reich retten zu können. Das russische Heer soll keine entscheidende Schlacht liefern, sondern einen bloßen Verteidigungskrieg führen, dabei aber langsam zurückweichen, alles weit und breit ver-