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wüsten und die Franzosen zu ihrem Verderben immer weiter in das Innere locken. Der Krieg soll derart geführt werden, daß man den Feind weiter und weiter in das Landesinnere zieht, um ihn dann an den Schwierigkeiten sich verbluten zu lassen, welche die öde Natur sowie die riesige Ausdehnung des schlecht angebauten und schwach bevölkerten Landes der Verpflegung so ungeheurer Truppenmassen entgegenstellt. Habe ich mich deutlich genug ausgedrückt, daß der Rabbi mich vollkommen verstanden hat?"
„Vollkommen, fahrt nur fort."
„Mit diesem Plan ist unser Kaiser, sein Generalstab und der große Teil des höchsten Adels nicht einverstanden. Sie sind nicht für einen Verteidigungs-, sondern für einen Angriffskrieg. Der Feind soll sofort an der Grenze empfangen und durch eine möglichst bald herbeizuführende Entscheidungsschlacht an weiterem Vordringen verhindert und besiegt, oder doch zum Rückzug gezwungen werden. Sie erklären den Plan des Grafen Pfuel für eine grundlose, unverantwortliche Verwüstung des russischen Reiches. Zu einem solchen könnten nur Männer raten, die wie Pfuel, Armfeld und Barclay de Tolly Ausländer sind, denen eine Zerstörung des russischen Reiches nicht besonders nahe gehe. In Wirklichkeit fürchtet der Adel jedoch lediglich die Zerstörung seiner zahlreichen Güter und bekämpft deshalb den ersten Plan. Während nun Napoleon in wenigen Wochen die russische Grenze überschreiten kann, kann man in St. Petersburg