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zu keinem Entschluß kommen, für welchen Kriegsplan man sich entscheiden soll- Das muß jetzt aufhören, und die Entscheidung für den einen oder anderen Kriegsplan muß in wenigen Tagen erfolgen, wenn wir nicht Napoleon plan- und wehrlos zur Beute fallen sollen. Der erste Plan hat etwas Abenteuerliches an sich, indem er ganz Rußland Napoleon ausliefert, in der Hoffnung, daß er an der Eigenart des russischen Reiches zu Grunde geht, was aber immerhin nur eine bloße Hoffnung ist, für deren Verwirklichung keinerlei Sicherheit geboten werden kann. Der zweite Plan ist der natürlichere, für dessen Durchführung der Kaiser mit dem Generalstab nicht erst zu gewinnen sind. Zu welchem der beiden Pläne wird der Rabbi raten? Das ist die verhängnisvolle Frage, deren Beantwortung ich mit nach St. Petersburg nehmen muß. Dort treffe ich mit dem Obersten Tschernitschew zusammen. Dieser hat ebenso wie ich eine Kopie des französischen Kriegsplanes in Händen. Mein Herr hat drei Kopien Herstellen lassen, die eine für Tschernitschew, die andere für mich und die dritte hat mein Herr zurückbehalten, damit, wenn uns unterwegs Napoleons Häscher festnehmen sollten, noch immer ein drittes Exemplar vorhanden ist. Mein Herr hat Tschernitschew die 400000 Franken allein dafür überlassen, daß er verspricht, in St. Petersburg für den Plan beim Kaiser und der Generalität mit aller Energie einzutreten, den ich ihm Vorschläge. Der Rabbi möge daher entscheiden, und die Entscheidung des
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