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Rabbi wird für unsere Kriegsführung mit Napoleon entscheidend sein."
Erschöpft hielt der Berichterstatter inne. Die lange Reise mit ihren Anstrengungen, die verantwortungsvolle Schwere seiner Mission und die dadurch bewirkte seelische Eeregung machten sich erst jetzt bei Rabbi Schmelke geltend, als er den ersten Teil seiner Sendung soweit erledigt hatte. Derr Rabbi ging in erregtem Schweigen einige Minuten auf und ab und blieb dann vor seinem Gast stehen.
„Ihr würdet Unmögliches von mir verlangen, wenn ich eine Entscheidung in einer so bedeutsamen Angelegenheit geben sollte, über die ich erst jetzt unterrichtet worden bin und über die reiflich nachzudenken mir vorher versagt war. Aber was Ihr mir da gesagt habt, ist mir nicht neu, bis auf die Namen der Personen, die Ihr genannt habt. Schon als ich vor fünfviertel Jahren in St. Petersburg war, hat mich Dun- dukof über die beiden Strömungen am Hofe eingehend unterrichtet. Ich hatte daher Zeit genug, reiflich darüber nachzudenken und habe diese Zeit auch dazu gewissenhaft benutzt. Welcher Ansicht neigt sich Rabbi Moscheh zu?"
„Mein Herr hat mich dringend ersucht, den Rabbi zu bitten, die Beantwortung dieser Frage erst zu wünschen, nachdem der Rabbi seine Ansicht ausgesprochen hat, damit die Entscheidung des Rabbi nur aus eigener Erwägung erfolgt, ohne durch eine andere Ansicht irgendwie beeinflußt zu sein."