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„Das vermutete ich fast mit Sicherheit. Aber ich will Euch die Ansicht von Rabbi Moscheh sagen, wenn Ihr mir sagen könnt, was in Eurem französischen Kriegsplan steht. Ist der Plan Napoleons auf einen Angriffskrieg berechnet, will er es also sobald als möglich zu einer entscheidenden Schlacht kommen lassen, so müssen wir das Gegenteil tun und müssen uns auf den Verteidigungskrieg einrtchten, uns also für den ersten Plan entscheiden. Im anderen Falle müssen wir umgekehrt handeln und zum Angriff an der Grenze uns entschließen."
„Napoleon will es sobald als möglich zu einer Entscheidungsschlacht kommen lassen, er will bei Kowno den Riemen überschreiten und erwartet, daß man ihm schon dort, aber spätestens in Smolensk mit Aufgebot aller Truppen entgegentritt."
„Dann bin ich für den ersten Plan, und ich bin sicher, daß dies auch die Meinung von Rabbi Moscheh sein wird, ist's so?"
„So ist es,- und Gott sei Dank, daß es so ist, daß die Weisheit des Rabbi und die praktische Erfahrung meines Herrn, so völlig übereinstimmen. Jetzt ist mirs kein Zweifel, daß dieser Weg eingeschlagen wird, daß wir auf ihm und nur auf ihm diese Geißel der Menschheit unschädlich machen werden. Habt Dank, Rabbi, für Euren Rat,- jetzt werde ich abreisen".
Bei diesen Worten erhob sich Rabbi Schmelke und bat den Rabbi um seinen Segen mit wiederholtem Dank für den erteilten weisen Rat.
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