in häufige Verbindung. Während diese Männer auf ihrem Rückzug allenthalben auf Mutlosigkeit und Verzweiflung bei der ganzen Bevölkerung stießen, trafen sie hier plötzlich einen Mann, bei dem das volle Gegenteil der Fall war und der seinen heilsamen Einfluß bei seinen zahlreichen Anhängern geltend machte. Und dieser Mann war in alle Einzelheiten des Kriegsplans, über die intimsten Beziehungen der höchsten Persönlichkeiten in St. Petersburg und Paris in einer Weise eingeweiht, wie es diese Generale und Exzellenzen selber nicht waren. Dabei stellte dieser Mann sein ganzes Wissen und Können mit glühendem Patriotismus und einer begeisterten, beispiellosen Hingebung für den Czaren, in den Dienst der heiligen Sache. Noch mehr imponierte ihnen die abgeklärte Weisheit, mit welcher er sein Wissen und Können verwertete und die bescheidene Selbstlosigkeit, die nichts für sich und seine Leute verlangte, die keinen anderen Wunsch kannte, als dem Czaren und dem Vaterlande Dienste leisten zu können. Und dieser Mann war ein Jude! Ein Gelehrter allerdings, aber ein solcher, der lediglich im Studium des Talmud alt und grau geworden war, also ein weltfremder Büchergelehrter in einem entlegenen Winkel Weißrußlands. Woher war dieser Mann über die Vorgänge und alle Persönlichkeiten in Paris und in St. Petersburg so genau unterrichtet? Woher stammen seine strategischen Kenntnisse, seine Mitteilungen über Stärke und Bewegung der sämtlichen feindlichen Armeekorps ?
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Der Raw : kulturhistorische Erzählung / von Judäus
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316
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