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vollen Daſein vor meinem leiblichen Auge vollzogen, haben keine den innerſten, reinſten Kern einer Menſchennatur ſo unmittelbar getroffen, find keine in meiner Erinnerung fo lebendig geblieben, wie jene ſchmachvollen Berliner Märzereigniſſe! Und da nun, trotz der vielen über die Geſchichte der Jahre 1848 und 1849 geſchriebenen Zeitungsaufſätze und Bücher, gleichwohl der Mann noch nicht geboren ſein dürfte, der mit klarem, weltüberſchauenden Blick alle Ereigniſſe, alle inneren Zuſammenhänge, jener ſo wandelbaren und gewaltigen Epoche ohne jedes Vorurtheil, ohne jede parteiiſche Befangenheit, der Nachwelt vorzuführen vermöchte, geleitete er uns auch nur auf die hervorragendſten Schauplätze, wo Kampf und Entſcheidung ſich vollzogen haben, ſo tritt, meine ich, an die noch lebenden Augenzeugen jener Tage die Verpflichtung heran, dem zukünftigen Meiſter in der Geſchichtsſchreibung ſein Werk zu erleichtern durch Aufzeichnung und Schilderung deſſen, was ſie damals im Strudel gewaltiger Bewegungen erlebt, mit eigenen Augen geſehen oder von Perſonen, deren Glaubwürdigkeit nicht anzuzweifeln iſt, vernommen haben.
So mögen denn die nachfolgenden Skizzen eine wohlwollende Aufnahme finden! Sie richten ſich vorzugsweiſe auf die Beantwortung der Fragen über die Entſtehung der Berliner Straßenemeute und über die Elemente, welche ſich an ihr betheiligten, ſodann aber, wie die Räumung der Straßen und Plätze, des Königlichen Schloſſes und der