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brach“, heißt es darin„den Miniſter mit den Worten: Schloß, Zeughaus, Schloßplatz, Luſtgarten müßten doch beſetzt bleiben. Herr v. Bodelſchwingh aber erwiderte: die Ausdrücke Seiner Majeſtät ſeien beſtimmt geweſen: von Straßen und Plätzen! Ein Mitglied der Bürgerdeputation ſchlug vor, man möge erklären: von den Straßen und öffentlichen Plätzen, unter letzteren wären Schloß und Luſtgarten nicht verſtanden. Miniſter v. Bodelſchwingh rief jedoch in aufgeregtem, heftigem Tone: An einem Königlichen Wort dürfe nicht gedeutelt werden! es ſei der letzte Befehl, den er als Beamteter brächte.“
Soweit unſer Gewährsmann. Der Abmarſch der eigentlichen Garniſon erfolgte übrigens zum Theil erſt am 20. und in der Nacht des 20. zum 21. März. Um dieſen
Zeitpunkt verließen erſt das 2. Garde⸗Regiment, das Regiment Franz, die Garde⸗Schützen, Garde⸗Pioniere und die Artillerie die Hauptſtadt.
Von dem politiſchen Schauplatz trat v. Bodelſchwingh von da ab zurück. Unzweifelhaft hatte das Syſtem der Halbheit und Schwäche, welches am 18. und 19. März ſo unſelige Früchte trug, an ihm einen Beförderer gefunden.
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Gymnaſial⸗Direktor Dr. Jäger ſchreibt der Kölniſchen Zeitung:
„Da die Geſchichte der verhängnißvollen Berliner Märztage in Verbindung mit dem Namen des Miniſters v. Bodelſchwingh neuerdings das Intereſſe Ihrer Leſer beſchäftigt hat, halte ich mich für berechtigt oder verpflichtet, der Redaktion ein ausführliches, eigenhändiges Schreiben des