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Mehr Licht! : Beiträge zur Geschichte des Berliner Straßenkampfes am 18. März 1848 / von Friedrich Wilhelm von Varchmin
Entstehung
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nehmender und neugieriger Verwandten u. ſ. w.; kurz, ich hatte immer anders zu thun, als Ihnen unnütze Mittheilungen zu machen.

Doch knüpfe ich jetzt den Faden meiner Erzählung wieder an.

Als ich mündlich nicht vollſtändig durchdrang, wiederholte ich am Mittwoch den 15. meine Erklärung unter Entwicklung meiner Gründe, ſchriftlich und mit dem Zuſatz, daß wie ich glaube alle meine Kollegen dem Könige den Schritt der Bildung eines neuen Miniſteriums erleichtern würden, indem fie ſich unbedingt zur Dispoſition ſtellten, zum Bleiben oder Gehen; auch erbot ich mich zum Perſonal­vorſchlage. Am folgenden Morgen(16.) ſagte mir Thiele, der König habe ſich jetzt von der Richtigkeit meiner Anſicht überzeugt und ihn beauftragt, den Grafen Alvensleben durch eine Staffette nach Berlin zu berufen. Obgleich ich den Grafen A. durchaus nicht für den geeigneten Mann hielt, ſo konnte ich doch für den Augenblick nichts thun, als nach Möglichkeit die entſcheidenden Schritte vorbereiten, die mein Nachfolger unmittelbar ausführen ſollte. Am 17. abends kam G. A. zu mir und auf meine Aeußerung über den Grund ſeiner Berufung erklärte er ſofort: Nein! Nein! Nein! Ich ging nun zum Grafen Arnim(den ich augen­blicklich für die einzig mögliche Perſon hielt), ſetzte ihm die Lage der Dinge auseinander und ſchrieb, ihn vorſchlagend, noch denſelben Abend an den König, daß ich ihn geneigt gefunden, das Miniſterium zu übernehmen.

Inmittelſt hatten die Umwälzer die Hände nicht in den Schoß gelegt. Literaten Kommuniſten, auf­wiegelnde Arbeiter Polen und Franzoſen hatten