15
die ganze Woche Unruhen zu erhalten, das Militär zu ermüden geſucht; ſobald Ernſt gezeigt wurde— die größte Feigheit, um auf einem anderen Punkte die Neckereien zu beginnen. Der Polizeipräſident v. Minutoli glaubte zu lange an ſeine Popularität und glaubte dadurch zu beſchwichtigen; Pfuel der eben des Terrains unkundig von Münſter ankam, nahm die Sache ſehr leicht, während im Schloß große Aengſtlichkeit die Truppen zu oft und zu ſtark alarmierte. Unter den Truppen— Offizieren und Soldaten— ohne Ausnahme der beſte Geiſt! Montag, Dienſtag, Mittwoch und Donnerstag war zum Theil unbedeutender Unfug geweſen, doch leicht beſeitigt; im ganzen waren zwei Perſonen getödtet, wenige erheblich verwundet. Methodiſch aber wurden dieſe Dinge ins Hundertfache vergrößert. Am Freitag war alles ruhig.
Inmittelſt gingen mir aber die zuverläſſigſten Nachrichten zu, daß der Hauptſchlag für den Sonnabend vorbereitet werden ſollte. In die unbewaffnete Schutzkommiſſion hatte ſich alles eingedrängt, was von Revolutionären mit ganzen Kleidern und einem Hut auf dem Kopf in Berlin war. Dieſe, beſonders Juden und Judengenoſſen, agitirten nun aufs äußerſte dahin: daß am Sonnabend Mittag gegen 2 Uhr eine Petition durch eine ungeheure Zahl(ungefähr 10 000 Perſonen) dem Könige übergeben werden ſollte, daß man auf dieſe Weiſe, indem ſich dieſe Schutzleute voranſtellten, den Gebrauch der Waffen moraliſch unmöglich machen wollte, um ſo ins Schloß einzudringen, den König momentan in ihre Gewalt zu bringen und alles von ihm zu erpreſſen oder wenigſtens den Schein zu gewinnen, daß fie Konſtitution oder was er ſonſt geben wolle, von ihm
r—... ̃—ͤf.:...., ,§—§«25