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Mehr Licht! : Beiträge zur Geschichte des Berliner Straßenkampfes am 18. März 1848 / von Friedrich Wilhelm von Varchmin
Entstehung
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Querkopf, worüber er ſtets herzlich lachte, nachdem ich ihm mitgetheilt, daß ich dieſen ſehr bezeichnenden Ausdruck zuerſt aus dem Munde des bekannten General v. Schack vernommen hätte, als ich demſelben, nach der Beſetzung des aufſtändiſchen Städtchens Bibra im November 1848, unter den gemachten Gefangenen, die meiner Aufſicht unterſtellt worden waren, auch den praktiſchen Arzt Dr. Neuhaus, Adlatus des geflüchteten Inſurgentenführers Dr. Stockmann, vorſtellte.

Held verabſcheute und mied deshalb auch jedes Hazard­ſpiel. Trat nun ab und zu einer ſeiner Bekannten mit freudeſtrahlendem Geſicht und den Worten:Held! heute habe ich einmalGlück an der Spielbank gehabt in die Conditorei ein, in der er täglich ſeinen Kaffee trank, ſo ſchüttelte er unwillig ſein Haupt und ſagte in feierlich ernſtem Ton:ich bitte Sie dringend, das ſchöne WortGlück nicht zu mißhandeln; wählen Sie dafür irgend ein anderes Wort etwa Duſel, Pommer u. dgl.

Mir war die Bekanntſchaft mit Held, der, nebenbei ge­ſagt, im Jahr 1854 bereits den größten Theil ſeiner urſprüng­lichen Excentricität eingebüßt, und ſich, eingedenk ſeiner ehe­maligen Stellung als preußiſcher Offizier, zu vernünftigeren politiſchen und kosmopolitiſchen Anſichten bekehrt hatte, ſehr erwünſcht, da ſie mir Gelegenheit gab, den urſachlichen Zuſammenhang der weſentlichſten Ereigniſſe in Berlin während der Märztage 1848 kennen zu lernen und zu begreifen.

Nach den Mittheilungen, die der Genannte über den Straßenkampf in Berlin mir machte, ſteht zweifellos feſt, daß Fürſt Czartoryski, der feurigſte Patriot Polens, das Haupt der demokratiſchen Emigrantenpartei, von derſelben