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daß das Intereſſe des Leſers mehr mir und meinen eigenen Erlebniſſen, als politiſchen Ereigniſſen zugewandt ſein möchte. Jetzt aber, da es ſich um Richtigſtellung weit verbreiteter irriger Anſichten über Begebenheiten von Wichtigkeit handelt, erachte ich es für Pflicht, überall da, wo es von meiner Erzählung heißt:„relata refero“, diejenigen Perſonen auch namhaft zu machen, von denen ich vernommen habe, was ich wieder erzähle. Und ſo nenne ich denn den bekannten Schriftſteller Held, der vor alten Zeiten mit den nicht minder als er geiſtig begabten Männern„v. Sallet und v. Corvin“ jenes wunderliche, nach bürgerlicher Freiheit dürſtende„militäriſche“ Trifolium gebildet hatte, als meinen vorzüglichſten Garanten, als eine Autorität, die niemand anzweifeln wird, der nähere Kenntniß von der Betheiligung des Genannten an den revolutionären Beſtrebungen des Jahres 1848, ſowie von ſeinem Charakter und Vorleben beſitzt. Ich hatte Held bereits in den Märztagen 1848 häufig geſehen und auch reden hören, lernte ihn aber erſt 1854 näher und dann auch gründlich kennen in einem zwar deutſchen, aber nicht preußiſchen Badeort erſten Ranges. Ausgewieſen aus Berlin durch den Polizeipräſidenten v. Hinckeldey, deſſen eiſerne Fauſt ſeit dem November 1848 auf Preußens Hauptſtadt lagerte, hatte Held im Jahr 1850 eine Anſtellung als Inſpektor bei dem Rhinower Torfſtich, unweit Freienwalde, gefunden, ſie aber aus mir unbekannt gebliebenen Gründen wieder aufgegeben und war dann nach dem betreffenden Badeorte übergeſiedelt. Ein politiſcher Phantomiſt ſonder Beiſpiel, war er doch im Uebrigen eine noble, grundehrliche und wahrheitliebende Natur. Ich nannte ihn zuweilen ſcherzweiſe attributiviſch„demokratiſcher