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beim Militär erfolgten faſt ausſchließlich durch Individuen, die der Berliner Schützengilde angehörten und gute Uebung im Schießen hatten. Aber aus ſicherem Verſteck in den Häuſern, nicht im ehrlichen Kampf ſandten jene Mordgeſellen das tödtliche Blei in die offen ſich ihnen darbietende ehrliche Soldatenbruſt. Solch ein feiger und erbärmlicher
Wicht mußt jenes Individuum geweſen ſein, das durch eine
Doublette aus ſeinem guten Jagdgewehr den mit einem Zuge Garde⸗Ulanen durch die Friedrichſtraße arglos hinreitenden Lieutenant v. Zaſtrow, ſammt ſeinem Pferd, an der Ecke der Taubenſtraße in den Staub warf. Wehmuthsvoll betrachteten Fähnrich v. Olszewski und ich auf unſerer Wanderung durch die Straßen Berlins am 19. März das noch in ſpäter Abendſtunde an der bezeichneten Stelle in einer großen
Blutlache daliegende Pferd— ein mächtiger brauner Wallach— und mit Entrüſtung hörten wir von Umſtehenden die verübte feige That eines„der Schützengilde angehörigen Berliner Bürgers“— ſeinen Namen habe ich im Laufe der langen Jahre wieder vergeſſen; was nützte auch die Kenntniß desſelben!— als eine heldenmüthige Handlung preiſen!———
v. Varchmin, Mehr Licht!
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