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blicke und— die Schloßwache fand ſich im Beſitz des Volks!!!; i
Dem geehrten Leſer dürfte es nicht unlieb ſein zu vernehmen, in welcher Weiſe ſich dieſer Akt, das bedeutungsvollſte Ereigniß während der Märztage 1848, vollzogen hat.„Aus dem Papierkorbe eines Achtundvierzigers“— die Letzten vom Regiment— lautet der Titel, unter welchem gleichfalls ein Augenzeuge des Straßenkampfes in Berlin ſeine Kenntniß über den betreffenden Vorgang im Königlichen Schloß bekundet. Von dem Pathos, mit welchem der offenbar ſtark demokratiſch gefärbte Verfaſſer den ſogenannten Völkerfrühling verherrlicht, darf man um ſo bereitwilliger abſehen, als Autor offenbar eine anſtändige Natur iſt, der es denn auch nicht möglich war, den„Pöbel“ anders zu nennen, als bei ſeinem wahren Namen.
„Höher und höher“, heißt es in dem betreffenden Artikel,„von milden Frühlingswinden umfächelt, ſteigt die Sonne des 19. März am unbewölkten Himmel empor und beleuchtet grell den Schauplatz der Empörung und Zerſtörung. Durch Waffenſtillſtand für den Augenblick im Zaum gehalten, jedoch zu neuem, wilderem Kampfe bereit, ſtehen die Söhne Eines Vaterlandes, Grimm und Haß im Buſen, wie zwei feindliche Brüder ſich gegenüber. Und die Zunge in der Wage von Preußens Geſchick ſteht ſtill: Hier die blutgefüllte Schale, dort die Schale des Friedens. Mit banger Erwartung und fiebernder Ungeduld wenden ſich aller Blicke nach dem ſtolzen Königshauſe zu Köln an der Spree, wo die Entſcheidung in den Händen eines Mannes liegt, deſſen Nachen, aus„der Schönheit und des Wiſſens ſtillem Schattenlande“, aus dem mondbeglänzten träumer