ZW
durch die Inlan deistheorie ersetzt. Um diese zu ver
stehen, ist es notwendig, daß wir uns in Kürze mit den
wesentlichen Erscheinungen der Gletscher und des Inlandeises bekannt machen.
Wenn man sich in einem Luftballon über die Erdoberfläche erhebt oder in einem Gebirge emporsteigt, so macht man die Erfahrung, daß die Luft mit der Zunahme der Höhe kälter und kälter wird. Dieselbe Abnahme der Temperatur nimmt man auch wahr, wenn man von den gemäßigten Zonen aus in die nördlichsten und südlichsten Gebiete unserer Erdkugel vordringt, die infolge der schrägen Sonnenbestrahlung. nur geringe Wärmemengen empfangen, so daß in den höchsten arktischen und antarktischen Polargebieten beständiger Winter herrscht. Aus diesen Gründen werden alle Niederschläge der alpinen Hochgebirge sowohl, als auch der nördlichen und südlichen Polargegenden zum größten Teil in fester Form als Schnee, Graupeln oder Reif niederfallen. In denjenigen Gebieten, wo die Wärme des Sommers nicht ausreicht, um die Gesamtmenge des im Laufe des Jahres gefallenen Schnees fortzuschmelzen, wird sich ein Rest ansammeln und erhalten. Es sind dies die Gebiete des ewigen Schnees. Die Linie, bis zu welcher der Schnee während des Sommers in den Hochgebirgen zurückschmilzt, bezeichnen wir als Schneegrenze. Die in den Hochgebirgen in fester Form gefallenen und schichtweise aufgehäuften Niederschläge werden durch einsickernde und gefrierende Schmelzwasser in eine körnige Eismasse, den sogenannten Firn, umgewandelt, der nach unten zu allmählich ‚in feste Eisschichten übergeht.. Auch das Gletschereis besteht aus einzelnen Körnern, die aber nicht mehr rundlich sind und nicht