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Die Eiszeit in Norddeutschland / allgemeinverständlich dargestellt: Felix Wahnschaffe
Entstehung
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Jahre 1875 von dem schwedischen Geologen Otto Torell.

durch die Inlan deistheorie ersetzt. Um diese zu ver­

stehen, ist es notwendig, daß wir uns in Kürze mit den

wesentlichen Erscheinungen der Gletscher und des Inland­eises bekannt machen.

Wenn man sich in einem Luftballon über die Erdober­fläche erhebt oder in einem Gebirge emporsteigt, so macht man die Erfahrung, daß die Luft mit der Zunahme der Höhe kälter und kälter wird. Dieselbe Abnahme der Tem­peratur nimmt man auch wahr, wenn man von den gemäßig­ten Zonen aus in die nördlichsten und südlichsten Gebiete unserer Erdkugel vordringt, die infolge der schrägen Sonnen­bestrahlung. nur geringe Wärmemengen empfangen, so daß in den höchsten arktischen und antarktischen Polargebieten beständiger Winter herrscht. Aus diesen Gründen werden alle Niederschläge der alpinen Hochgebirge sowohl, als auch der nördlichen und südlichen Polargegenden zum größten Teil in fester Form als Schnee, Graupeln oder Reif nieder­fallen. In denjenigen Gebieten, wo die Wärme des Sommers nicht ausreicht, um die Gesamtmenge des im Laufe des Jahres gefallenen Schnees fortzuschmelzen, wird sich ein Rest ansammeln und erhalten. Es sind dies die Gebiete des ewigen Schnees. Die Linie, bis zu welcher der Schnee während des Sommers in den Hochgebirgen zurückschmilzt, bezeichnen wir als Schneegrenze. Die in den Hochgebirgen in fester Form gefallenen und schichtweise aufgehäuften Niederschläge werden durch einsickernde und gefrierende Schmelzwasser in eine körnige Eismasse, den sogenannten Firn, umgewandelt, der nach unten zu allmählich ‚in feste Eisschichten übergeht.. Auch das Gletschereis besteht aus einzelnen Körnern, die aber nicht mehr rundlich sind und nicht