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Alle Gesteinstrümmer, die von den steilen Felsabhängen auf den Gletscher herabfallen, werden durch seine Fortbewegung zu langen Seitenmoränen angehäuft; diese Art der Seitenmoränen sind als Sturzmoränen zu bezeichnen. Wie die neuere Gletscherforschung erkannt hat, entstehen aber Seitenmoränen oder Ufermoränen auch dadurch, daß ein Gletscher, der aus einem breiten Firnfeld kommt, in einem engen"Tal zusammen gepreßt wird, wobei sich die Eisschichten und die durch Auswalzung aus ihnen hervorgegangenen Blätter löffelförmig dem Talboden anschmiegen, sodaß der in den untersten Teilen des Eises eingeschlossene Schutt bis zur Oberfläche„emporbrandet“ und bei der Abschmelzung des Eises sich an den Seiten wallartig anhäuft.(Fließen zwei oder mehrere Gletscher zusammen, so entsteht jedesmal‘ aus der Vereinigung zweier Seitenmoränen eine Mittelmoräne.) Außerdem bilden sich diese, wie Finsterwalder gezeigt hat, auch dadurch, daß beim Zusammenfluß zweier Gletscher sich das Eis in der Mittellinie oder Naht vom Boden aus steil aufwärts bewegt und dabei im KEise eingeschlossene Steine der Grundmoräne aufwärts transportiert. Beim weiteren Abschmelzen des Eises nach dem Zungenende zu bilden: sich daraus oft breite, einen inneren Eisrücken gegen die Abschmelzung schützende Moränenwälle. Auf diese Weise mischen sich auf den Talgletschern die Obermoränen mit Material aus Unter- oder Grundmoränen. Lange zusammengesetzte Talgletscher, wie beispielsweise der Unteraargletscher, tragen eine ganze Reihe von Mittelmoränen auf ihren Rücken.
Die Endmoränen bilden sich am muschelförmig-kon
vex gestalteten Gletscherende. Hier lagern sich um den Fuß des Gletschers halbkreisförmige Wälle von Schuttmaterial ab, die besonders dann eine große Höhe erreichen, wenn