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Die Eiszeit in Norddeutschland / allgemeinverständlich dargestellt: Felix Wahnschaffe
Entstehung
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Grundmoräne, häufiger noch über geschichteten Sanden und Kiesen , von denen er sich durch seine Struktur und seine Blockführung deutlich abhebt, sodaß er sich als Vertreter der Grundmoräne zu erkennen gibt. Solche Geschiebesand­decken von oft nur geringer Mächtigkeit finden wir z. B. in der Lüneburger Heide , in den Sandgebieten der Altmark , im Grunewald , in der Tucheler Heide usw.

Sowohl beim Heranrücken des Inlandeises als auch bei seinem Zurückschmelzen haben die von ihm ausgehenden Schmelzwasser das Moränenmaterial in bedeutendem Um­fange ausgeschlämmt und die daraus hervorgegangenen Pro­dukte in weit ausgedehnten Flächen und in Becken als ge­schichtete Absätze wieder abgelagert. Es sind dies die diluvialen Sande und Kiese , Mergelsande und Tone, die als fluvioglaziale Bildungen bezeichnet werden. Die Sande und Kiese zeigen gewöhnlich jene eigentümliche Kreuz­schichtung( diskordante Parallelstruktur), bei der sich auf ganz kurze Entfernung ein vielfach wiederholter Wechsel des Einfallwinkels der Schichtung sowie der Korngröße des Mate­rials geltend macht( Fig. 2). Solche Absätze entstehen überall dort, wo ein reichlicher Transport von Material und ein schneller Wechsel in der Stromgeschwindigkeit vorhanden ist, so daß der Gletscherfluß durch Aufschüttung von Sand- und Kiesbänken immerfort seine Flußrinne verlegt und dabei frühere Anschüttungen wieder anschneidet und abträgt. Dies kann besonders gut an den Gletscherflüssen Islands be­obachtet werden. Die feineren Absätze, die Mergelsande und Tone sind dagegen gewöhnlich durch die horizontale Parallel­struktur ausgezeichnet, da sie sich in dem ruhigen Wasser von Seebecken niederschlugen. Die Kreuzschichtung kann man in zahlreichen Sand- und Kiesgruben beobachten,

b.