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‘der westlichen Lüneburger Heide werden von mehreren Geo: logen einer älteren Vereisung zugerechnet.
Ein Blick auf eine Landkarte zeigt uns, daß alle ehemals vergletschert gewesenen. Gebiete sich durch. h_einen Reich: tum an Seen auszeichnen. Dies ist auch in Norddeutschland "namentlich im"Gebiete des baltischen. Höhenrückens, der deshalb auch die Seenplatte genannt wird, der Fall.„Es. lassen sich hier nach der Entstehungsweise verschiedene Seentypen unterscheiden. Die Grundmoränenseen stellen Ansammlungen des Grundwassers in_den Vertiefungen der” unruhig gestalteten kuppigen Crundmoränenlandschaft dar und haben infolgedessen oft einen sehr unregelmäßigen Umriß. Der Geschiebemergel bildet hier vielfach den Boden dieser Seen, und dieser zeigt oft dasselbe mannigfaltige Relief wie das Grundmoränengelände, sodaß Inseln häufig emportauchen, Halbinseln weit in den See hineinreichen und Untiefen mit beckenartigen Vertiefungen abwechseln. Die Ausdehnung dieser Seen war früher viel bedeutender, da jetzt oft große randliche Teile und Buchten von ihnen vertorft sind. Diese Grundmoränenseen sind auf der Seenplatte weit verbreitet und kommen in allen Größen und den verschiedensten Gestalten vor. Nicht_selten werden sie in Verbindung mit anderen Seentypen zu einem Mischtypus. Die mehr oder ) weniger kreisrunden kleinen Seen und Pfuhle dagegen, die oft in die Oberfläche eines Geschiebemergelplateaus eingesenkt sind, müssen als Strudelseen und Strudellöcher be‚zeichnet werden, da ‚sie durch die ausstrudelnde Wirkung des von der KEisoberfläche herabstürzenden Schmelzwassers gebildet wurden, ähnlich den schon erwähnten Strudellöchern im festen Gestein, nur daß hier in dem leicht zerstörbaren Material weit größere Vertiefungen entstehen mußten.