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Die Eiszeit in Norddeutschland / allgemeinverständlich dargestellt: Felix Wahnschaffe
Entstehung
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Im

landeises beurteilen zu können, da die subglazialen Schmelz­wasserbahnen der Eisbewegung gefolgt sein werden. Westen der Oder sind viele Rinnenseen der Seenplatte nach Südwest, im Osten vorwiegend nach Südost gerichtet; die Nordsüdrichtung kann überall beobachtet werden.

Von den bisher besprochenen Seen sind die Flußseen 5 zu unterscheiden, die im Zuge der heutigen Flüsse liegen. und erst in postglazialer Zeit ihre gegenwärtige Ausgestaltung erhalten haben.

Ein großer Teil Norddeutschlands hat der Hauptsache nach seine Oberflächengestaltung durch die Ablagerungen der letzten Inlandeisbedeckung erhalten. Namentlich sind auch die beim Rückzuge entstandenen Schmelzwasser für die Grundzüge seines Reliefs von Einfluß gewesen. Als ein wesentlicher Zug in der Oberflächengliederung treten große, breite Talniederungen auf, die die Betten gewaltiger versan­deter Urströme darstellen und daher als Urstromtäler( Fig. 4) bezeichnet werden. Diese Ströme entstanden nacheinander bei dem Rückzuge der großen Eisdecke, indem die vom Eis­rande anfangs nach Süden zu abströmenden Schmelzwasser sich zu großen Strömen vereinigten und der Hauptabdachungs­richtung Norddeutschlands folgten. Auf diese Weise ent­stand ein System breiter Paralleltäler, die sich sämtlich nach Nordwesten zu im unteren Tale der Elbe vereinigten und mit dieser zusammen ihren Abfluß nach der Nordsee fanden. Wir haben zu unterscheiden das südlichste Urstromtal, das als Breslau - Magdeburger bezeichnet wird. Es benutzt das Odertal bei Breslau , wird durch die Flußtäler des Bober, der Queis , Neiße und Spree durchquert und ist durch das Tal der schwarzen Elster mit dem Elbtal verbunden. Nörd­lich von Magdeburg wendet es sich in mehreren Armen nach

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