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Die Eiszeit in Norddeutschland / allgemeinverständlich dargestellt: Felix Wahnschaffe
Entstehung
Seite
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Norden und von der Einmündung der Havel ab wieder nach ‚Nordwesten.| Daß die Elbe durch das Ohre- und Allertal einen Hauptabfluß nach der Weser gehabt hätte, scheint mir aus dem Grunde nicht wahrscheinlich, weil die diluviale Talsandterrasse. des Ohretales vom Drömlingsbecken nach dem Elbtale zu geneigt ist, und zwar von 60 m bei Öbis­felde auf 55 m bei Neuhaldensleben bis zu 50 m bei Wol­ mirstedt . Das Aller- Weser- oder Bremer -Tal ist ein selb­ständiges Schmelzwassertal, das gleichfalls vom Drömlings­becken seinen Ausgang nahm, aber hauptsächlich von den südlichen Abflüssen der Lüneburger Heide gespeist wurde. ) Das dem Breslau - Magdeburger Tal zunächst gelegene nörd­ liche Urstromtal_ Äist_ das Glogau -Baruther, das-von-dem ersteren durch denFläming und das Niederlausitzer Hügel­land getrennt wird. Es folgt s sodann das Berliner Urstrom­tal, das sich südlich von Frankfurt an der Oder über Müll­ rose vom heutigen Odertale abzweigt und über Fürstenwalde , Berlin und Nauen bis nach Havelberg zu verfolgen ist. Wenn wir die Lage Berlins auf_einer geologischen Karte betrachten, so fällt_es deutlich in die Augen, daß die erste Anlage der Stadt in einer Verengung des alten Ur­stromtalesstattfand, wos sich ein leichter Übergang von dem "Teltowplateau im Süden nach dem Barnimplateau i im Norden bewerkstelligen Tieß, Ka hier keine ausgedehnten_ Moor­-Hiederungen zu überschreiten. waren. Durch das rasche Wachstum, das Groß-Berlin in den letzten Jahrzehnten er­fahren hat, ist es allerdings schon längst aus dem ebenen Talgebiet auf die nördlich und südlich gelegenen Hochflächen hinaufgestiegen, aber der Hauptteil der Stadt-nimmt doch immer noch die ganze Breite des"Tales ein, in dem die Spree nach Berendts bekanntem Wort sich ausnimmt wie