Der Lebenslauf,
selten geschildert hören. Es werden allerhand äussere Umstände angezogen, die mit der Sache selbst nicht viel zu thun haben} und das Missbehagen nicht erklären können. Der alte Goethe mag den Bericht zugestutzt haben, doch ist wohl nicht anzunehmen, dass die ganze Auffassung der Sache erst aus Goethes Alter stamme. Das Wesentliche war wohl, dass der junge Goethe überreizt war, weniger vielleicht durch Ausschweifungen im gewöhnlichen Sinne des Wortes, als durch geistige Aufregung. Liest man die Briefe, in denen er seine Eifersucht schildert, so kann man schon glauben, dass das Befinden unter den leidenschaftlichen Erregungen gelitten habe, besonders dann, wenn Bachus und Venus hinterherkamen. Ob das Einathmen von salpetrig-sauren Dämpfen beim Behandeln der Radirungen zu seinen Uebeln beigetragen habe, wie Goethe es vermuthet, das sei dahingestellt,
Soweit wäre alles gut, aber nun kommt der merkwürdige Blutsturz. Nach den letzten(oben citirten) Worten, mit denen er auf das Ereigniss hindeutet, fährt Goethe fort:„Eines Nachts wachte ich mit einem heftigen Blutsturz auf... Und so schwankte ich mehrere Tage zwischen Leben und Tod, und selbst die Freude an einer erfolgenden Besserung wurde dadurch vergällt, dass sich bei jener Eruption zugleich eine Geschwulst an der linken Seite des Halses gebildet hatte, die man erst jetzt, nach vorübergegangener Gefahr, zu bemerken Zeit fand.“
Die enge Verknüpfung zwischen dem Zustande der Unbehaglichkeit und dem Blutsturze kann vielleicht