Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1903) Goethe ; Theil 1
Entstehung
Seite
171
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Nervosität und Kolik in Frankfurt.

Liebe, es ist wieder vorbey, und inskünftige müssen Sie sich beruhigen wenn es ja heissen sollte: Er liegt wieder! Sie wissen meine Constitution macht manchmal einen Fehltritt und in acht Tagen hat sie sich wieder zurechte geholfen; diesmal wars arg, und sah noch ärger aus als es war, und war mit schröck­lichen Schmerzen verbunden. Er sei drei Wochen lang nicht aus der Stube gekommen. Aus Corneliens Aufzeichnungen erfahren wir, dass Goethe am 7. De­cember 1768 von einer heftigen Kolik befallen wurde, sodass er starke Schmerzen erlitt.Zwei Tage hielt dieser schreckliche Zustand an, dann wurde er etwas besser, doch konnte er noch keine Viertelstunde sich aufrecht halten. Im Januar soll ein neuer Anfall der Krankheit eingetreten sein. Am 13. Februar schreibt Goethe an Frin. Oeser:O Mamsell, es war eine im­pertinente Composition von Laune meiner Natur, die mich vier Wochen an den Bettfus, und vier Wochen an den Sessel anschraubte, dass ich eben so gerne die Zeit über, hätte in einen gespaltenen Baum wollen eingezaubert seyn....Trutz der Krankheit die war, Trutz der Krankheit die noch da ist, binn ich so ver­gnügt, so munter, offt so lustig dass ich Ihnen nicht nachgäbe, und wenn Sie mich in dem Augenblicke jetzt besuchten, da ich mich in einen Sessel, die Füsse wie eine Mumie verbunden, vor einen Tisch gelagert habe, um an Sie zu schreiben. Warum die Füsse verbunden waren, das wissen wir nicht, vielleicht hat es sich um eine ableitende Einpackung gehandelt. Die Angabe, dass er heiter, ja oft lustig sei, wiederholt

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